Die fünf vom Bundesrat in Auftrag gegebenen Studien
Der Bundesrat hat fünf externe Studien erstellen lassen. Sie sind zusammen mit der Botschaft an das Parlament veröffentlicht. Eine offizielle Zusammenfassung auf Französisch stellt sie vor.
1
Wegfall der Bilateralen I
Autor: EcoplanJanuar 2025 (Aktualisierung der Studie von 2015)Im Auftrag des BundesAuf Deutsch
Modelliert ein Szenario, in dem die Bilateralen I wegfallen und sich die Forschungsbeteiligung verschlechtert. Das BIP läge 2045 um 4,9 % tiefer; die kumulierten Verluste würden zwischen 2028 und 2045 520 Milliarden Franken erreichen.
Grenze: Breites Bruchszenario: Es handelt sich nicht um die Wirkung einer blossen Ablehnung der Bilateralen III.
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2
Stromabkommen
Autor: Ecoplan, für das Bundesamt für Energie (BFE)3. Juni 2025Im Auftrag des BundesAuf Deutsch
Vergleicht das Abkommen mit einem Szenario ohne Zusammenarbeit, in dem die grenzüberschreitenden Kapazitäten stark eingeschränkt sind. Das BIP könnte 2050 um fast 0,5 % höher und die Strompreise bis zu 14 % tiefer liegen.
Grenze: Die Ergebnisse hängen stark von den gewählten Energieszenarien ab.
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3
Teilnahme an den Forschungsprogrammen
Autor: BSS Volkswirtschaftliche Beratung28. Januar 2025Im Auftrag des BundesAuf Deutsch
Beurteilt die Auswirkungen der Schweizer Beteiligung an den Rahmenprogrammen der EU für Forschung und Innovation (Einzelförderung).
Grenze: Betrifft nur die Forschung, nicht das gesamte Paket.
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4
Gegenseitige Anerkennung: das Beispiel der Medizinprodukte
Autor: Infras14. Februar 2025Im Auftrag des BundesAuf Deutsch
Fallstudie zu den Kosten, die entstanden sind, seit das Abkommen über die gegenseitige Anerkennung für Medizinprodukte nicht mehr aktualisiert wird.
Grenze: Nur ein Sektor, als Beispiel verwendet.
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5
Teilübernahme der Unionsbürgerrichtlinie
Autor: Ecoplan9. Mai 2025Im Auftrag des BundesAuf Deutsch
Regulierungsfolgenabschätzung: Auswirkungen der Teilübernahme der europäischen Richtlinie auf die staatlichen Institutionen der Schweiz.
Grenze: Betrifft die Institutionen (Verwaltung, Sozialversicherungen), nicht die Wirtschaft als Ganzes.
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Eine kritische Studie
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Kritische Studie: die Abkommen und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz
Autor: Swiss Economics (Prof. Mark Schelker)März 2026Im Auftrag von autonomiesuisse, die das Paket ablehnt
Vertritt die Auffassung, die Abkommen würden die Übernahme neuer europäischer Regeln erzwingen, die Mitwirkung von Volk und Parlament verringern, Wettbewerbsnachteile und mehr Bürokratie schaffen. Sie bestreitet die Verwendung der Ecoplan-Studie durch den Bundesrat, beurteilt die Gewinne pro Kopf als vernachlässigbar und schlägt Alternativen vor, etwa die einseitige Anerkennung ausländischer Zulassungsbehörden.
Grenze: Auftraggeber engagiert sich gegen das Paket; im Vergleich mit den offiziellen Studien und deren Annahmen zu lesen.
Präsentation der Studie durch autonomiesuisse (10.03.2026)
Eine Studie lesen: Der Auftraggeber macht eine Studie nicht falsch, prägt aber oft die gestellten Fragen und die verglichenen Szenarien. Vergleichen Sie immer das Referenzszenario: «mit oder ohne Paket» bedeutet nicht in jeder Studie dasselbe.
Behörden und Verfahren
Offizielle Schweizer Quellen
Anhörungen und Analysen im Parlament
In parlamentarischen Anhörungen können Vertreterinnen und Vertreter der Kantone, der Wirtschafts- und Gewerkschaftsorganisationen sowie Fachleute aus Recht, Aussenpolitik und Wirtschaft zu Wort kommen. Die Teilnehmenden haben unterschiedliche Rollen und Interessen: Sie sind einzeln zu benennen, statt unter dem Etikett «Experte» zusammengefasst zu werden.
Anhörungen zu den Bilateralen III, Schweizer Parlament, März 2026
Wie eine Analyse zu beurteilen ist
- Wer hat die Studie finanziert oder in Auftrag gegeben?
- Sind Methode, Daten und Annahmen veröffentlicht?
- Sind die Ergebnisse Beobachtungen, Szenarien oder Prognosen?
- Werden Unsicherheiten und Grenzen offen ausgewiesen?
- Kommt eine andere seriöse Studie zu anderen Schlussfolgerungen?
Eine wichtige Unterscheidung
Der Bundesrat verteidigt das Paket. Seine Faktenblätter sind wesentlich, um seine Position und die Texte zu verstehen, müssen aber als offizielle Quellen dargestellt werden, nicht als unabhängige Beurteilungen. Wirtschaftsorganisationen, Gewerkschaften und Kampagnengruppen sind betroffene Akteure; ihre Argumente sind ihnen zuzuordnen.